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Mesusa 8

Leseprobe: 
1752/201?: In nur acht Generationen vom Lonnerstadter Schutzjuden zum König der Niederlande

Noch wissen wir nicht, wann die heute regierende Königin Beatrix den
Platz freimacht für ihren Sohn Willem-Alexander – deshalb das Fragezeichen
bei der Jahresangabe in der Überschrift; aber es ist nur eine Frage der
Zeit, ab und zu wird selbst in der Presse schon darüber spekuliert. Dann
wird es auch ein besonderer Tag für Lonnerstadt werden – der Nachfahre
eines Lonnerstadter Schutzjuden wird König der Niederlande und vielleicht
ist eine Delegation der Marktgemeinde dann beim Krönungsakt dabei.
Die Informationen für diese schier unglaubliche Geschichte liegen im
Staatsarchiv und auch im Stadtarchiv von Bamberg und im weltweiten Internet.
Die nachfolgenden Darstellungen sind u.a. der Webseite „http://www.
Ros-kildehistorie. dk/stamtavler/konger/7_Glyksborg/Bussche.htm“ entnommen.
Auch „wikipedia.org“ weiß eine ganze Menge zu berichten.
Stammvater war der um 1720 in Lonnerstadt geborene Marx Gerst, über
den in den vorangegangenen Kapiteln auch schon berichtet wurde. Der ehemalige Bamberger Rabbiner Dr. Adolf Eckstein schrieb 1899:34
„Die Anzahl der Getauften war, wenn auch verhältnismässig gering, doch
am Ende des 18. Jahrh. grösser, als ursprünglich angenommen. Hier ist an
erster Stelle der spätere Polizeicommissarius Adam Fr. Sensburg, vormals
Marx Gerst aus Lonnerstadt, zu nennen, der sich als Neuchrist durch seine
Angebereien legitimieren zu müssen glaubte (S. 111). Noch 1761 wurde
er als Jude, weil er während eines 10wöch. Aufenthaltes in Bamberg unter
dem Titel eines k. k. Lieferanten unberechtigter Weise von der Entrichtung
des Leibzolls sich dispensirt hatte, zur Strafe von 420 fl. verurteilt. Wir werden
nicht fehlgehen bei der Vermutung, dass dies auf Betreiben seiner Glaubensgenossen, welche die Pacht des Leibzolls hatten, geschehen sei und
hierin das Motiv seines Übertritts zu suchen ist. Sofort nach seiner 1765 erfolgten Taufe ist er mit einer erfolglos gebliebenen Denunziation wegen angeblicher Zollübertretung gegen die Deputierten und die Hofkammer vorgegangen.
Während seiner Vorbereitung für den Übertritt liess er auch seine 4
Kinder gegen den Protest ihrer Mutter in einem christlichen Haus unterbringen.
Als aber am 31.1.1765 eine Tochter des Gerst sich auf der Strasse blicken
liess, näherte sich ihr die Mutter mit anderen Glaubensgenossen, um sie zu entführen.“

401 Seiten. Gebunden. Preis: 24,00 € + zuzügl. 1,40 € Porto, Rest-Expl.: 1
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