Aschbach - Pfarrkirche St. LaurentiusSt. Laurentius Aschbach

Kirchlich gehörte Aschbach zu Burghaslach. Als Eigenkirche 1136 abgetrennt, von Gunderun gestiftet, wird es dem Kloster Michelsberg übergeben. Freiherr Hieronymus Christoph von Pölnitz errichtete 1696 ein Hospiz mit einer Kapelle, die heute noch besteht, für Dominikaner, die von Franziskanern abgelöst wurden. 1755 wurde die katholische Gemeinde Kuratie, 1928 selbständige Pfarrei. Die katholische Pfarrkirche wurde 1921 erbaut. Bis dahin diente das evangelische Gotteshaus als Simultankirche.


Altar von St. Laurentius
An der Fassade prangt das Wappen derer von Pölnitz, die noch heute das Präsentationsrecht über die evangelische Kirche ausüben. Das barocke Langhaus, ebenso wie das Orgelgehäuse aus dem Jahre 1736 stammend, mit flacher Decke, ist wie das gotische Chorgewölbe von zarten Rokoko-Ornamenten überzogen. Die zierliche Rokoko-Herrschaftsloge auf der linken Emporseite ist eine der Kostbarkeiten des Raumes. Kanzel und Orgelprospekt wirken heiter gelöst. Außerdem birgt diese Kirche noch steinerne Epitaphien, deren eines eine ritterliche Gestalt in Harnisch, Wehr und mit hochgeschlagenem Visier aus dem Geschlecht derer von Thüngfeld zeigt. Ein anderes Epithaph erinnert an Anastasia Fuchs von Rügheim, geb Thumau, die Stifterin des Taufsteins, den rundum Ahnenwappen zieren. Die vor dem Gekreuzigten kniende Frauengestalt der Fuchsin, aus Alabaster gehauen, wird von einem steinernen Denkmal umgeben, dessen begrenzende Säulen Wappen schmücken. Das pompöse Grabmal der Fuchsin wurde von Hans Werner geschaffen.

Der wertvolle spätgotische Flügelaltar, wohl vom Marthameister um 1500, verleiht dem Gotteshaus seine besondere Weihe. Geöffnet zeigen die beiden außen mit acht Darstellungen des Leidens Christi bemalte Flügel je zwei Reliefszenen: hier die Botschaft des Engels und die Begegnung Mariens mit ihrer Base Elisabeth, dort die Geburt des Herrn und die Huldigung der drei Weisen. Die nahezu lebensgroße Gestalt der Muttergottes in der Schreinmitte, in überaus feingliedrigen, fast zerblich zarten Händen der Gottessohn und eine Traube, das Sinnbild des vergossenen Erlöserblutes, haltend, zeigt eine – selbst in dem an gotischen Kunstwerken reichen Franken – selten zu sehende Anmut und Innigkeit.

Quelle: Zeitschrift "Der Steigerwald" 4. Jahrgang 1984/Nr. 1 S. 214 / 215

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