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Vom Trafohaus zum Leuchtturm der Artenvielfalt

Bei der Preisübergabe: Künstler Michael Horn, Landrat-Stellvertreter Johann Pfister, Vize-Bürgermeisterin Patricia Hanika, Thomas Köhler, Artenschutzvorsitzender, Edgar Müller, Bayernwerk, Conny Michels, Postcode Lotterie, Bürgermeister Johannes Krapp (v. l.)

Ein bislang in dieser Form in Deutschland wohl einzigartiges Konzept stellt sich in einer kleinen Feierstunde der breiten Öffentlichkeit vor. Das Projekt wurde erneut mit einem UN Dekade Biologische Vielfalt Preis ausgezeichnet. Der stellvertretende Landrat Johannes Pfister übergab die Auszeichnung an die Projektpartner.

 

Schlüsselfeld/GT-Rambach, 28. September 2018.

Stelen bundesdeutscher Biodiversität, so der

zugegeben etwas sperrige Titel für ein in dieser Form einmaliges Entwicklungskonzept. Im Fokus

stehen dabei Bauwerke, die viele Jahre für den Menschen unverzichtbar waren, jedoch meist ein

Schattendasein führten. Trafotürme oder auch Trafohäuser wurden diese landläufig benannt. Doch gerade in den vergangenen Jahren verloren diese Kulturgüter mehr und mehr an Bedeutung. Technische Änderungen führten dazu, dass zahlreiche dieser Gebäude abgerissen wurden und

werden. Mit jedem Abbruch verloren wir auch ein unwiederbringliches Zeitzeugnis unserer urbanen

Lebensweise. Vielfach standen die die Häuschen in Strukturen, die mit ihnen in einen langen

Dornröschenschlaf verfielen.

 

Virtueller Rundgang Projekt Artenschutzturm Schlüsselfeld 

 

Gemeinsam für mehr sichtbaren Artenschutz und Umweltbildung

 

Artenschutz in Franken®, Stadt Schlüsselfeld, Bayernwerk AG und Deutsche Postcode Lotterie erwecken am 28. September in einer kleinen Feierstunde ein altes, vormaliges Trafohaus bei Rambach aus seinem Schlaf. In den vergangenen Wochen wurde es umfangreich saniert und zu einem „Leuchtturm der Artenvielfalt und der erlebbaren Umweltbildung“ umgestaltet. Ausgestattet mit speziellen Sekundärhabitaten, die in die Fassade des Gebäudes eingebracht wurden, bietet das Türmchen nun hochwertige Lebens- und Fortpflanzungsräume auch für im Bestand gefährdete Tierarten.

 

Die Bayernwerk AG als größter bayerischer Energienetzbetreiber erneuert regelmäßig eine Vielzahl ihrer rund 46.000 Trafostationen. In der Regel werden die ausgedienten Stationen abgerissen, um Platz für den Bau einer neuen Anlage zu schaffen. In Schlüsselfeld stimmten jedoch die Voraussetzungen, um aus Trafohaus einen wertvollen Schutzturm für verschiedene Tier- und Vogelarten zu errichten. „Vom Bayernwerk beauftragte Techniker mussten lediglich die 400 Volt-Verteilung aus der alten Trafostation ausbauen, um das Gebäude für den neuen Zweck an die Kommune übergeben zu können“, erklärte Kommunalmanager Edgar Müller. Das Ergebnis heute sei beeindruckend.

 

Umweltbildung vermitteln

Der ehemalige Trafoturm informiert über eine multimediale Projektinformation am Bauwerk weiterführend über wichtige Projektinhalte. Über ein „Get-it“ System, sowie die entsprechende Internetanbindung soll es auch gelingen die „Smartphone- und Tablet-Generation“ für den Erhalt der Vielfalt zu begeistern.

 

 

 

Eye Catcher – Trafohaus

Als wahrer Eye Catcher zeigt sich die “Stele der Biodiversität” auch und gerade durch die künstlerische Gestaltung der kompletten Fassade.

 

Startschuss für multiplikatorische Komponenten

Das Projekt setzt gleichfalls den Projektansatz „Stelen Bundesdeutscher Biodiversität“ fort. Bereits in 14. Heiligen bei Bad Staffelstein, in Wichtshausen bei Suhl (Thüringen), im baden-württembergischen Ittlingen und in Kastellaun (Rheinland-Pfalz) finden sich gleichartige Artenschutzprojekte wieder. In Sachsen und in Nordrhein-Westfalen zeigen sich zwei weitere Leuchttürme der Artenvielfalt in der Umsetzungsphase.

 

Ziel der hoch komplexen Projektreihe soll es sein, dass in den kommenden Jahren in jedem Bundesland mindestens eine „Stele der Biodiversität“ sichtbar wird. Besonders stolz

sind die Projektpartner darauf, dass alle Projekt-Planungsarbeiten sowie Umweltbildungseinheiten

(die viele Hundert Stunden umfassten) in vollkommen ehrenamtlicher Form generiert wurden.

 

„Ausschließlich die Umsetzung der Bauwerkarbeiten im Umfang von rund 20.000.-€ wurden durch

Fachfirmen vorgenommen.

 

 

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